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Texte
Texte des Albums "Wolken brechen Sonnenstrahlen" (erschienen bei KLEINEHEIMAT):
Anders # Dänischer Regen # Der Schweiß # Ein Riss # Eine neue Umlaufbahn # Ich kann nicht träumen # Ich lass los # Ich will # Lachende Möwen # Lass mich schweigen # Moorleiche # Versunken
Ich wünschte mein Name
wäre anders
Vielleicht Thomas
Oder ganz anders
Dann würde ich in den Spiegel sehen und sagen
„Du bist ja heute anders“
Ich bin anders
Ein anderer als gestern
Auf den zweiten Blick, sieht
das schon anders aus
„Nun ist aber Schluss, heute fühle ich mich wirklich anders!“
Mein Kopf brummt wie eine Lokomotive
Das Glas splittert und ritzt mir die Antwort auf die Stirn
„Junge, du bist
heut’ anders
Nicht Thomas
Sondern ganz anders“
Ein Jahr und alles ist anders
Ein Tag und alles ist anders
Eine Stunde und alles ist anders
Ich bin anders
Ein anderer als gestern
# Aufwärts #
Dänischer Regen fällt
In jedem Tropfen eine ganze Welt
In der Steppe mit Dir
Wie eine Treppe in den Keller
Zum Ursprung, zum Endpunkt, ein Anfang
Ich dreh mich im Kreis
Der Weg vor uns ist aus Eis
Unsicher tastend gehen
Aber Flaggen voller Verheißung wehen
Ganz nah, ganz fern und dazwischen
Regen wird Schnee
Jahreszeiten kommen
Wir gehen
Und nichts bleibt stehen
Wir suchen das Meer
Aber wo bekommt man ein Meer her
In der Steppe, hier
Wie eine Treppe zu Dir
Nach Innen, zum Ursprung, ein Anfang
Regen wird Schnee
Jahreszeiten kommen
Wir gehen
Und nichts bleibt stehen
# Aufwärts #
Nackt auf Holz
Heiße Luft in meiner Lunge
Dann reißen die Poren auf
Und langsam fließt der Schweiß
Alles will raus aus der Dunkelheit
Der Tag geht baden
Die Augen wenden sich nach innen
Dann raus
Unter eiskaltes Wasser
Das Blut pulsiert
Fließt an Orten, von denen ich nie geahnt hatte
Winzige Insekten rennen unter meiner Haut
Nackt stehe ich im Schnee und friere nicht
Der Schweiß fließt, welch ein Glück
Alles ist neu, alles ist
anders
Ich bin ein Segel, in das der Wind bläst
Es schaukelt mich an einen fremden Strand
Der Schweiß fließt,
welch ein Glück
# Aufwärts #
Sieh dich mal im Spiegel
an
Deine Brust ist ganz hart
Die Haare am Hemd plattgedrückt
Und die Brustwarzen ziehen sich schüchtern zurück
Sieh mich nicht so blöde
an
Denn das Erwachen kommt dann
Wenn du mal den Kopf einziehst
Und die Luft in den unteren Schichten riechst
Aber schau mal
Da ist ein Riss
Die Schale bricht
Und du riechst den fauligen Kern
Du bist ein geiler Mann
Bist oben und immer als erster dran
Dein Leben ist ein perfektes System
Von allen geliebt zu werden ist ja so bequem
Aber schau mal
Da ist ein Riss
Die Schale bricht
Und du riechst den fauligen Kern
Dann senkt sich dein Kopf
Du schaust mir direkt in die Augen
Und flüsterst mir ins Ohr
„Junge, du hast doch nichts verstanden.“
# Aufwärts #
Du kannst es nicht vergessen
Ich war so versessen
Wollte dich für mich allein
Aber auch zu zweit kann es einsam sein
Wenn du nicht die Kontinente
verschiebst
In allen Staaten die Präsidenten bist
Oder zu Fuß die Erde umrundest
Kann ich das nicht verstehen
Überall sitzt du
An den Wänden
Aber ich spüre nur
Kälte in den Händen
Jetzt gehe ich hier durch
die Straßen
Suche dich in jedem der mir entgegenkommt
Aber wer die Dunkelheit im anderen nicht zulässt
Findet so schnell kein Licht mehr
Überall sitzt du
An den Wänden
Aber ich spüre nur
Kälte in den Händen
# Aufwärts #
Ich wach auf und habe nicht
geträumt
Du liegst neben mir und deine Augen glühen
Ich schau dich an und frag mich, was habe ich versäumt
Eine Welt, die hält, was diese nicht verspricht
Jede Nacht bin ich tot, ohne zu sterben
Ich bin ein Stein an meinem Bein und reiße mich ins stumme, dunkle Meer
Nicht mal ein Fußabdruck bleibt in der Erinnerung zurück
Alles ist leergefegt
Jede Nacht - „Wegen Reinigung geschlossen“
Warum kann ich nicht
träumen
Die dunkle Nacht senkt sich über mich
Und lässt mich unberührt zurück
Am Morgen ist da dieses
dumpfe Gefühl
Als hätte jemand alles durchgewühlt
In der Nacht wenn andere sortieren, werden bei mir die Schränke umgestoßen
Warum kann ich nicht
träumen
Die dunkle Nacht senkt sich über mich
Und lässt mich unberührt zurück
# Aufwärts #
In der Dunkelheit
Glüht ein Streifen Licht
Es ist ein Zug
Und du verschwindest aus meiner Sicht
Im Licht
Wird es dunkel
Die Seite in meinem Bett ist leer
Und ich seh’ dich nie mehr
Ich verlasse die Einigkeit
Bewege mich zurück aufs Meer
Mein Schiff stampft auf den Wellen
Wie ein mächtiges Kriegsherr
Ich lass los
Die Taue sind gelöst
Ich lass los
Das Schiff legt ab
Ich lass los
Und du bist frei
In der Dunkelheit
Glüht ein Streifen Licht
Ein Schein Hoffnung
Der sich an einer fernen Kante bricht
Ich verlasse das Land
Auf der Suche nach dem Neuen
Etwas das in mir steckt
Ich werde es nicht bereuen
Ich lass los
Die Taue sind gelöst
Ich lass los
Das Schiff legt ab
Ich lass los
Und du bist frei
# Aufwärts #
Du sitzt da und sagst nichts
Ich denke, frag’ nicht
„Was denkst du?“ frag’ ich
Und du sagst „Frag’ nicht“
Du fragst „Warum fragst du?“
Ich sage „Was denkst du?“
Licht im Labyrinth
Ich fühl’ mich wie ein Kind
Dann geht es weiter
1000 Sprossen auf einer Leiter
Kein Weg zu dem es führt
Wie reden im Kreis
Dann als Greis
Blicke ich in dein Gesicht und weiß
Ich will raus
Mich häuten
Und endlich feste Knochen im Körper spüren
# Aufwärts #
Am Strand der weiten See
Lieg’ ich wie Treibholz
Jeden Tag sprenge ich mich in diese Einzelteile
Die Explosion treibt dir die Tränen in die Augen
Vielleicht wäre es einfacher
Nicht zu ex- sondern zu implodieren
Lachende Möwen
Spielen über meinem Kopf
Und wenn ich dann nach oben seh’
Nimmt mir die Sonne das Augenlicht
Am Ufer meines Glücks
Sammle ich mich selbst ein
Brett um Brett nehme ich mir vom Kopf fort
Noch ein Stück Seil und ich bastele mir ein Boot
Dann lade ich dich ein
Und steche mit dir in See
Lachende Möwen
Spielen über meinem Kopf
Und wenn ich dann nach oben seh’
Nimmt mir die Sonne das Augenlicht
Auf hoher See
Träumen wir von Schnee
Der unsere Wangen kühlt
Uns in feuchte Decken hüllt
Und wenn die Möwen wieder lachen, lache ich zurück
# Aufwärts #
Eine Fahrt als ein Tal
Zu viele Worte eine Qual
Ich bin ein Stein
Und du allein
Trägst mich Heim
Querfeldein, wir ganz allein
Wenn ich noch ein Wort sage, sag’ einfach nein
Wenn es keine Schuld gibt und keine Schuldigen
Wo ist die Entspannung und können wir uns geduldigen
Sprich mit mir
Und lass mich schweigen
Da sind so viele Sprachruinen zu vermeiden
# Aufwärts #
Wie soll ich loslassen
Wenn ich durch diesen Halm Luft hole
Der Schlamm um mich herum ist zäh und hart
Ein guter Platz für Moorleichen
Aber mit dieser, deiner Luft sah das um mich herum alles aus wie süße
Creme
Ja, ja – so bequem
Alles ist anders
Jetzt muss ich wandern
Aber noch stecken die Füße und alles andere fest
Durch so einen kleinen Halm
bekommt man viel Luft
Auch wenn um mich herum alles nach Verfall riecht
Aber mit diesem, deinem Duft – als würde die Sonne nassen Asphalt
warmen
Ja, ja – mit dem kann man das erlernen
Alles ist anders
Jetzt muss ich wandern
Aber noch stecken die Füße und alles andere fest
Ich bin eine Moorleiche
Alles ist anders
Jetzt muss ich wandern
Aber noch stecken die Füße und alles andere fest
# Aufwärts #
Ich sitz’ auf dem
Meeresgrund
Drumherum dumpfe Taubheit
Ein Blick nach oben
Wolken brechen Sonnenstrahlen
Ein Fischschwarm schwimmt vorbei
Auf mir ruht das Meer
Ich spüre die Last
Versunken im Wasser
Wasser in mir
Hier ist mein Platz
Ich schließe die Augen
Wie ein Stein sinkt meine
Kraft
auf sandigen Boden
Wirbelt eine Wolke auf
Die Nacht bricht an
Da sind Schiffe, die mich suchen
Durchpflügen mit hellen Lichtern
Die dunklen Fluten
Versunken im Wasser
Wasser in mir
Hier ist mein Platz
Ich schließe die Augen
#
Aufwärts #